Zwischenspiel

Ich habe keinen Plan, weshalb die "About Me"-Sektion immer noch nicht ordnungsgemäß funktioniert, Antwort auf meine Mail an das Myblog-Team habe ich auch noch nicht bekommen.
Egal, jedenfalls gibt es jetzt auch noch die "Links"-Abteilung, da sollte man unbedingt regelmäßig hinsehen und so. Ganz tolle Links sind dort natürlich, die es auch alle wert sind, angeklickt zu werden. Ansonsten wären sie ja nicht hier.

Außerdem schreibe ich gerade an einer Geschichte, werde sie wohl auch hierher verlinken, wenn ich fertig bin. Mal sehen wer erkennt, um was es geht.

Nachtrag: Geschichte ist fertig, wie auch im anderen Blog schon gesagt: Ich schrieb die zweite Hälfte gestern um 2 Uhr nachts und bisher hat nur Betti einmal darübergelesen (ich selbst mag es nicht, meine eigenen Geschichten korrektur oder überhaupt zu lesen) - es kann also sein, dass noch ein paar Fehler darin enthalten sind (was natürlich nicht Bettis Aufmerksamkeit schmälen soll!). Viel Spaß, mal sehen, ob mir jemand was dazu sagen kann.

Download: Das Netz

3 Kommentare 4.12.06 00:38, kommentieren

Der Motor des Lebens

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, welches die Fähigkeit zum Selbstmord besitzt. Auch wenn ein grassierender Unglaube besagt, dass sich Lemminge ebenso umbringen können - in Wahrheit sind es nur wir, die sich zum Freitod entscheiden können (da unser Überlebenstrieb - wie auch alle anderen Triebe - zurückgestellt bzw. unterdrückt werden können).
Daraus resultiert jedoch, dass irgendetwas an uns sein muss, dass uns überleben, die schlimmen Dinge des Lebens überstehen lässt. Der Mensch besitzt eine innere Neugier, die meistens nur durch seelische Krankheit unterdrückt wird. Ansonsten ist er, zumindest im Kleinen, gewillt, immer neue Dinge zu entdecken; Dinge, die er interessant findet, die ihm Freude bereiten. Denn das ist das zweite Überlebensziel: So viel persönliches Glück wie möglich zu erfahren (und wir wissen, dass jede menschliche Handlung zumindest zu einem kleinen Teil darauf beruht, dass die Person selbst glücklicher wird) - der Überlebensgrund somit also, dass wir vom Glück nicht loslassen können, haben wir es erst einmal erfahren.

So, und nun kombinieren wir diese beiden Dinge also und setzen sie auf das Maximum, was sozusagen das Ziel darstellt. Heraus kommt (nach dem Schreiber hier), dass wir neugierig sind, welches denn das höchste Glück ist, bzw. wollen wir das höchste Glück erfahren. Dies lässt sich irgendwie gut mit dem vergleichen, wonach die Vorsokratiker gesucht haben: Mit der Aρχή (Arché), allerdings nicht im Sinne des Urstoffes, vielmehr in dem der letzten Wahrheit, der grundlegenden Erkenntnis. Man betrachte nur Platons Höhlengleichnis: Hier erklärt er mit Hilfe einer Parabel, dass das Ziel des Menschen wäre, sich von den störenden und irreführenden sinnlichen Eindrücken zu befreien und nach oben, ans Licht, in die letzte, wirkliche Welt zu gelangen (im Gleichnis wird angenommen, dass es sich dabei auf jeden Fall um die höchste Welt handelt, nur so viel). Das "Endziel" menschlichen Lebens liegt also in der Entdeckung dieser Welt (und in der Befreiung der im Dunklen Sitzenden, was hierfür allerdings irrelevant ist), wofür er sich erstens befreien und zweitens den "Steinigen Weg der Erkenntnis" bezwingen muss.

Ein Fehler ist nur, dies als den "Sinn" des Lebens zu bezeichnen. Das Leben an sich hat keinen Sinn (und da kann mir jeder Biologe noch so viel vom Erhalt der Rasse und des Metamenschen erzählen), dazu müsste es etwas geben, dass wir mit unserem Überleben bewirken. So etwas ist aber nicht zu erkennen, weshalb es völlig unerheblich scheint, ob die Menschheit existiert oder nicht; ohne Mensch gibt es schließlich auch keine Philosophie, keine Wesen, die die letzte Wahrheit suchen und somit auch nicht das Ziel, diese zu finden.
Was jeder für sich festlegen kann, ist natürlich ein persönliches Ziel im Leben. Aber da dies eine reine Subjektivität ist, lasse ich sie beiseite, auch wenn festzuhalten ist, dass diese Suche nach der Erkenntnis nicht unbedingt bewusst stattfindet und sich eventuell in inevidenten Dingen verwirklicht. Im Grunde wollen persönliche Ziele letzten Endes ja auch nur Glück hervorrufen, egal, wie sehr man das verschachtelt (so wie alle Aktionen in ihrer Essenz egoistisch sind, was natürlich einen sozialen Faktor nicht ausschließt).

Ist das höchste Glück überhaupt zu erreichen? Oder ist das ganze Leben nur ein Prozess des Strebens danach, der seine Hürden und Freudenmomente besitzt - entweder weil man auf dem Weg ein Stück zurückfällt oder einen Schritt weiter kommt?
Dass dieses Glück immer subjektiv ist, ist klar. Doch gibt es vielleicht Dinge, die jeder Mensch erreichen und erfahren will, ganz unabhängig von Anlage und Milieu - ganz einfach, weil er Mensch ist?

3 Kommentare 1.12.06 02:28, kommentieren

Was kann ich wissen?

Ich hatte vor Kurzem ein interessantes Gespräch mit einem Freund... könnte vielleicht auch hier von Interesse sein.
Die Ausgangssituation war, dass ich in einem Forum bezüglich des Themas "Meinungsfreiheit" u.a. folgenden Satz gepostet habe, der sich gegen ein Leugnungsverbot des Holocaust (oder irgendeines anderen geschichtlichen Ereignisses) ausspricht:

Sebastian sagt:
"Das Problem ist nur, dass es eben keinen definitiven Beweise für derartige Ereignisse gibt. Sicher, es wäre ziemlich töricht zu glauben, die ganzen Filmaufnahmen, Dokumente usw., die den Holocaust belegen, wären gefälscht. Aber auszuschließen ist es nicht, weshalb ein grundsätzliches Verbot der Leugnung nicht unbedingt gerechtfertigt ist."
Sebastian sagt:
Da hatte aber jemand Konstruktivismus in Philo, was? ^^

Lucian sagt:
Nein. o.o
Lucian sagt:
Bis jetzt hatten wir hauptsächlich Sprach- und Erkenntnisphilosophie (jetzt eben Rationalismus und Empirismus).

Sebastian sagt:
Sprachphilosophie haben wir noch gar nicht gemacht. Konstruktivismus ist doch eigentlich ein Teil der Erkenntnistheorie.

Lucian sagt:
Stimmt, aber im Unterricht haben wir dennoch noch nicht davon gehört. xD
Lucian sagt:
Kommt wahrscheinlich noch.

Sebastian sagt:
Auf jeden Fall finde ich nicht, dass man ausschließen kann, dass es den Holocaust nicht gab. Es sei denn, du argumentierst auf konstruktivistem Niveau, dann musst du aber auch so weit gehen, dass man generell nichts mit Gewissheit sagen kann, weil man die tatsächliche Welt ja nicht erkennen kann und jede Wahrnehmung ein individueller und subjektiver Schlüssel zur Welt ist.

Lucian sagt:
Man kann sagen, dass das eigene Bewusstsein existiert. Das kann ich mit Gewissheit sagen. Ansonsten nichts, genau.

Sebastian sagt:
Das ist zwar meiner Meinung nach eine sehr interessante und sicherlich sehr wahre Theorie, aber letztendlich ja nicht lebbar und vor allem führt das ja zu einem furchtbaren Nihilismus und Relativismus. Dann kannst du nämlich, konsequent folgernd, auch sagen: Vielleicht haben die Neonazis (wenn es sie gibt) ja doch Recht. Vielleicht haben die einfach einen anderen (tieferen?) Zugang zur Welt.

Lucian sagt:
Naja, ich kann ja sagen, dass sie das vielleicht hatten. Wieso muss man Dinge wie die Naziverbrechen absolut festlegen? Das ist doch nur Gesellschaftsdruck, der einem vermittelt, dass dererlei Dinge so schlimm waren, dass sie nicht leugbar sind. Aber das sind sie im Grunde doch.

Sebastian sagt:
Im Grunde ja, da stimm ich dir zu. Aber wenn du in so einer Frage kritisch bleibst und sagst: Ich kann keine bestimmte Antwort finden. Dann kannst du in deinem ganzen Leben (wenn du konsequent bleibst) auf (fast) nichts eine konkrete Antwort finden! Und auf irgendeiner Basis musst du ja zwangsläufig leben, sonst wirst du ja verrückt. (Kleist ist ja nach dem Lesen von Kant in eine tiefe Krise gestürzt und hat sich später umgebracht.)

Sebastian sagt:
Ja, da hast du schon Recht. Für das alltägliche Leben ist das natürlich unpraktisch, und ich bin auch in dem Sinne inkonsequent, als dass ich nicht alles auf seinen Wahrheits- und Belegbarkeitsgehalt hinterfrage (und somit immer zum Schluss kommen würde, dass es nur ein Axiom gibt).
Aber gerade bei so heiklen Themen, bei denen es doch um einiges geht (hier die Meinungsfreiheit) ist es meiner Meinung nach durchaus gerechtfertigt, die Theorie einzubringen.

Sebastian sagt:
Da bin ich mir unsicher. Die Meinungsfreiheit ist natürlich ein hohes Gut. Die Frage ist: Wie pragmatisch soll die Philosophie, nach der wir leben, sein? Wenn sie eher idealistisch in Bezug auf die Erkenntniskritik ist, müssen wir jede Meinung zu lassen. Aber ich glaube darin verbirgt sich eine furchtbar nihilistische Falle. Ich glaube, wir sind gezwungen einen Standpunkt einzunehmen, weil wir sonst zu viele Dinge, die gegen die eigene Moral vehement verstoßen, zulassen müssen.

Religiösen Fundamentalismus lehne ich zum Beispiel ab, obwohl ich leider nicht empirisch beweisen kann, dass diese Leute komplette Deppen sind.

Lucian sagt:
Ja, der Nihilismus-Einwand ist sicher berechtigt.
Aber vielleicht schließen sich idealistische Erkenntniskritik und eigene Meinung gar nicht einander aus. Man könnte ja sagen, dass die Dinge objektiv gesehen keinen Wert haben, keine Absolution bezüglich Meinungen und Aussagen vorhanden ist. Aber der Mensch hat dennoch seine eigene Meinung, die er vertreten und für richtig halten kann - nur eben ohne Allgültigkeitsanspruch, also insofern, als dass er andere Meinungen zwar kritisiert und für sich als falsch ansieht, allerdings erkennt, dass sie objektiv gesehen ebenso richtig sein könnten.

Sebastian sagt:
Aber wenn ich eine Meinung habe, dann - ist zumindest bei mir so - verpflichtet mich eine Verantwortung, ein Gewissen in mir, nach dieser Überzeugung zu handeln. Und wenn du jede Meinung zulässt, ist es zwiespältig, wenn du sagst: Habt die Meinung die ihr haben wollt, aber handelt nicht nach dieser. Die Tat ist eine logische Kausalität der meisten Gedanken.

Lucian sagt:
Bei mir ist es aber so, dass zwar ich nach meinen Überzeugungen handle und mir auch wünschen würde, die anderen täten das (weil ich sie ja für richtig ansehe), sie aber nicht dazu zwänge oder von ihnen verlangen würde, meine und nicht ihre Ansichten zu leben.

Sebastian sagt:
Ich zwinge ja auch niemanden Nietzscheaner zu sein (wobei das Wort an sich schon paradox ist, weil Nietzsche ja Jünger eher ablehnen würde) und ich akzeptiere verschiedene Sichten, aber faschistische Sichten, die zur Folge haben, das anderen Menschen leid angetan wird, kann ich ja nicht akzeptieren. Da muss ich doch meine Moralität über die ihrige stellen.
Sebastian sagt:
Sonst müsstest du ja auch sagen: ich persönlich bin gegen Frauenbeschneidung, aber wenn die in Afrika das für gut halten...

Lucian sagt:
Aber bei den von dir beschriebenen Beispielen wird ja erst recht wieder über andere Menschen bestimmt - das Prinzip der persönlichen Entscheidungsfreiheit (mit Bedacht auf den objektiven Nihilismus) wird somit ad absurdum geführt.
Was ich sagen würde, wäre: Ich persönlich bin gegen Frauenbeschneidung, aber wenn eine Frau in Afrika das für gut hält, soll sie sich ruhig beschneiden lassen.
Fremdbestimmung würde ja wieder bedeuten, dass jemand eine andere Person dazu zwingt, nach dessen (nach jemandens) Ansichten zu handeln.

Sebastian sagt:
Also sagst du, das Fremdbestimmung objektiv schlecht ist? :D

Lucian sagt:
Ja, aber nicht, weil das nur meine persönliche Meinung ist, sondern weil es der allgemeine objektive Nichtigkeit (also dass nichts mit Sicherheit festgelegt oder gesagt werden sollte) zirkelschlusshaft widerspricht.
Wenn keine absoluten Normen gelten, ist es irgendwie evident, dass sich jeder seine persönlichen Normen erdenken und anweden sollte - allerdings nur auf sich selbst, da ja sonst wieder absolutionsanspruch gestellt wird (sobald die eigene Meinung ein anderes Individuum betrifft, wird sie objektiviert, da sie nichts mehr mit dem Subjekt zu tun hat).
Lucian sagt:
Oder auch: Jeder soll handeln, wie er will - allerdings ohne andere da mithinein zu ziehen.
Lucian sagt:
Denn so bleibt die Moral im Subjekt.

Sebastian sagt:
Du benutzt also die Nichtigkeit einer allgemeinen Wahrheit als Axiom und folgerst aus diesem Axiom, dass die Wertsetzung aus dem Individuum entspringen muss und durch Fremdbestimmung nur verfälscht wird?

Lucian sagt:
Nicht verfälscht, man kann sich in seinen Wertevorstellungen ja von anderen "beraten" lassen, also auch deren Ideen kritisch auf- und eventuell auch übernehmen.
Durch Fremdbestimmung wird lediglich die Ausübung der eigenen Moral verfälscht, die persönliche Moral wird unter die des Fremden gestellt.

Sebastian sagt:
Dann etwas allgemeiner: du folgerst aus dem Axiom, dass es keine allgemeine Wahrheit gibt, dass (aufgezwungene, unfreiwillige) Fremdbestimmung schlecht ist?

Lucian sagt:
Ja, denn Fremdbestimmung setzt eine allgemeine Wahrheit (also keine subjektive) voraus - sie bezieht sich ja nicht mehr nur auf ein einzelnes Subjekt, sondern auf mindestens zwei, das eigene und das fremde.
Lucian sagt:
Und wenn die Moral für zwei Subjekte gelten soll, ist sie in meinen Augen schon objektiv zu sehen.

Sebastian sagt:
Das ist in der Theorie schön, aber leider ist (mediale und gesellschaftliche) Fremdbestimmung ein (natürlicher) Teil unseres Lebens, dass kann man ja leider nicht zurückweisen.
Daher ist jeder Mensch in irgendeiner Weise fremdbestimmt und die Grenze ist sehr schwer zu ziehen.
Sebastian sagt:
Aber jetzt hab ich mir das letzte Wort stibizt, weil ich Sammy jetzt abholen muss. Die kommt bald in Essen an, da muss ich ja sein. ^^

Lucian sagt:
;_;
Lucian sagt:
Nur noch so viel: Das ganze ist in der Praxis klarerweise schwer anzuwenden, alleine dadurch, dass ich gewisse Gesetze ja auch gutheiße (und froh bin, dass sie für alle gelten).
Ich hab das eigentlich rein theoretisch gesehen. ^^

Sebastian sagt:
Ja, das Problem ist ja: Dass ich dir theoretisch Recht gebe, nur dass ich denke, dass das Ganze praktisch direkt in den nächsten Holocaust führt.
Sebastian sagt:
Aber ich habe, wie so oft, das Gefühl, dass unsere Positionen nur leicht unterschiedlich sind.

Lucian sagt:
Ja, mag schon sein... vielleicht liegt's ganz einfach im Anwendungsgebiet, das von jedem von uns anders gesehen wurde.

1 Kommentar 26.11.06 22:59, kommentieren